Lyonel Feininger, eine Biografie |
| 17.7.1871 Geboren in New York (USA) 1887 Übersiedlung mit Eltern nach Deutschland, wo er an der Hamburger Gewerbeschule Zeichenunterricht nimmt. 1888 Feininger zieht nach Berlin und besteht die Aufnahmeprüfung an der Königlichen Akademie. 1890 Er besucht auf Wunsch seines Vaters das Collège Saint Servais in Lüttich, wo er seine Begeisterung für die Architektur alter Städte entdeckt. 1892 Feininger unternimmt die erste Reise nach Rügen. Die Ostseeküste, die er von nun an regelmäßig besucht, inspiriert ihn während seiner gesamten Schaffenszeit. Er verläßt die Akademie und studiert in Paris 7 Monate an der Académie Colarossi. 1901 Heirat mit Clara Fürst. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor. 1905 Feininger lernt Julia Berg (geb. Lilienfeld) kennen. Beide trennen sich von ihren Ehepartnern. |
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| 1906
Vom 12. bis 16. Februar besucht Feininger Julia Berg zum ersten Mal in Weimar, die seit
Herbst 1905 Seminare für grafische Techniken an der Großherzoglichen Kunstschule in
Weimar belegt hat. Er logiert im Hotel Elephant. Es entstehen erste Skizzen von Weimar und
Oberweimar. Feininger skizzierte alte Häuser, enge Gassen und kleine Plätze und zeigte
sich in Weimar besonders beeindruckt von dem Marktplatz mit Renaissancebebauung und der
gotischen Stadtkirche. Ab 10. März bleibt er bei Julia 5 Monate in Weimar und mietet ein möbliertes Atelier in der Kurtstrasse 7a (heute Bauhausstrasse). Weimar wird für ihn die Stadt seines Lebenswunders". Auf Wochenendausflügen entstehen Zeichnungen von Oberweimar, Tiefurt, Vollersroda und Gelmeroda. Die Kirche von Gelmeroda, des stillen, drei Kilometer südwestlich gelegenen Dorfes, wird sein Lieblingsmotiv lebenslänglich. 1906entstand die erste naturalistische Handzeichnung, von 1954 stammt die letzte Zeichnung und von 1955 die letzte Lithographie des damals 84-jährigen Feininger von der bescheidenen Kirche mit dem spätgotischen Turmhelm, die er seit 1936 nicht mehr gesehen hatte. Der Künstler hinterließ neben elf meist großformatigen Ölgemälden unzählige Zeichnungen, Holzschnitte und Aquarelle von den beiden bevorzugten Blickpunkten auf die Ost- und Nordfassade des Sakralbaus. Gemeinsam mit Julia erwandert Feininger die Thüringer Dörfer im Umkreis von 12 Km von Weimar. Auch mit dem Sportrad begibt er sich auf Motivsuche in die unscheinbaren Idylle ländlicher Architektur. Am 24. Juli reist Feininger mit der schwangeren Julia nach Paris. Dort wird Sohn Andreas geboren. |
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| 1908 Feininger
und Julia Berg heiraten in London, und beziehen im Herbst eine Wohnung in Berlin
Zehlendorf, Königstraße 32. Beginn der kompositorischen Auseinandersetzung mit den Motiven des Weimarer Landes. Es entsteht u.a. das Gemälde: Karneval in Gelmeroda II. 1910 Ab Februar hält sich Feininger erneut in Weimar auf. Er zeichnet in Weimar, Oberweimar und Gelmeroda. In Berlin werden zwei weitere Söhne, Laurence und Theodore Lux, geboren. Ab Februar hält sich Feininger erneut in Weimar auf. Er zeichnet in Weimar, Oberweimar und Gelmeroda. In Berlin werden zwei weitere Söhne, Laurence und Theodore Lux, geboren. Ab Februar hält sich Feininger erneut in Weimar auf. Er zeichnet in Weimar, Oberweimar und Gelmeroda. In Berlin werden zwei weitere Söhne, Laurence und Theodore Lux, geboren. |
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| 1911 Vom 17.
bis 26. April besucht Feininger zusammen mit Julia Weimar. Er zeichnet in Weimar,
Oberweimar, Vollersroda, Taubach und Mellingen. Im Mai stellt er im Pariser Salon des
Artistes Indépendants am Pont d'Alma sechs Gemälde aus. Hier lernt er den französischen
Kubismus kennen. Im legendären Saal 41 waren Werke von Metzinger, Gleizes, Léger, le
Fauconnier und Delaunay zu sehen. 1913 Vom 2. April bis 1. Oktober verbringt Feininger einen weiteren
intensiven Arbeitsaufenthalt in Weimar. Mietet erneut das Atelier in der Kurtstrasse 7a
und studiert die Dörfer der Umgebung.
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| 1914
Feininger hält sich vom 7. bis 30. Juni in Weimar auf. Wie schon im Jahr davor besucht
ihn Julia. Er zeichnet in Vollersroda, Gelmeroda, Apolda, Umpferstedt, Oberweimar und
Gaberndorf. 1917 Am 2. September wird die erste Einzelausstellung Feiningers in der Galerie Der Sturm eröffnet. Es werden 45 Gemälde und 66 weitere Werke gezeigt. Am 2. September wird die erste Einzelausstellung Feiningers in der Galerie Der Sturm eröffnet. Es werden 45 Gemälde und 66 weitere Werke gezeigt. Am 2. September wird die erste Einzelausstellung Feiningers in der Galerie Der Sturm eröffnet. Es werden 45 Gemälde und 66 weitere Werke gezeigt.
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| 1918 Erhält im Oktober eine neue Einzelausstellung in der Galerie Neue
Kunst Hans Goltz in München. Im November schließt sich Feininger der von Max Pechstein und César Klein initiierten Novembergruppe an und lernt Walter Gropius kennen. 1919 Walter Gropius beruft Feininger als Leiter der graphischen Werkstatt ans Staatliche Bauhaus in Weimar. Feininger trifft am 19. Mai in Weimar ein und wohnt zunächst im Hotel Elephant. Mitte August zieht er mit seiner Familie in die Gutenbergstrasse 16. Feininger unternimmt erneut ausgedehnte Exkursionen in die umliegenden Dörfer des Weimarer Landes. Es entstehen Zeichnungen von Weimar, Vollersroda, Gelmeroda, Possendorf, Gaberndorf, Ehringsdorf, Oberweimar und Niedergrunstedt. Walter Gropius beruft Feininger als Leiter der graphischen Werkstatt ans Staatliche Bauhaus in Weimar. Feininger trifft am 19. Mai in Weimar ein und wohnt zunächst im Hotel Elephant. Mitte August zieht er mit seiner Familie in die Gutenbergstrasse 16. Feininger unternimmt erneut ausgedehnte Exkursionen in die umliegenden Dörfer des Weimarer Landes. Es entstehen Zeichnungen von Weimar, Vollersroda, Gelmeroda, Possendorf, Gaberndorf, Ehringsdorf, Oberweimar und Niedergrunstedt. Walter Gropius beruft Feininger als Leiter der graphischen Werkstatt ans Staatliche Bauhaus in Weimar. Feininger trifft am 19. Mai in Weimar ein und wohnt zunächst im Hotel Elephant. Mitte August zieht er mit seiner Familie in die Gutenbergstrasse 16. Feininger unternimmt erneut ausgedehnte Exkursionen in die umliegenden Dörfer des Weimarer Landes. Es entstehen Zeichnungen von Weimar, Vollersroda, Gelmeroda, Possendorf, Gaberndorf, Ehringsdorf, Oberweimar und Niedergrunstedt.
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![]() Kandinsky, Klee, Feininger |
| 1921
Das Bauhaus in Weimar gibt als erste Veröffentlichung eine Mappe mit 12 Holzschnitten
Feiningers heraus. Er selbst widmet sich verstärkt der Musik und komponiert seine erste
Fuge für Klavier. 1924 Erste öffentliche Aufführung der Fugen im Meistersaal des Bauhauses durch Willi Apel am 3. Dezember. Erste öffentliche Aufführung der Fugen im Meistersaal des Bauhauses durch Willi Apel am 3. Dezember. Erste öffentliche Aufführung der Fugen im Meistersaal des Bauhauses durch Willi Apel am 3. Dezember. Feininger gründet mit Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky die Gruppe "Die blaue Vier". 1925 Schließung des Bauhauses durch Eingaben der thüringischen Handwerkerschaft und des deutsch-völkischen Blocks im Thüringer Landtag. Erste Ausstellung der "Blauen Vier" in New York. 1926 Übersiedlung des
Bauhauses nach Dessau. Am 30. Juli ziehen Feininger und seine Familie nach Dessau, in
eines der neuerrichteten Meisterhäuser. 1937 Aufgrund der politischen Lage in Deutschland verlassen Lyonel und Julia Feininger am 11. Juni Deutschland und gehen in die USA nach New York. Die Nationalsozialisten diffamieren Feininger als "entarteten Künstler" und beschlagnahmen 400 seiner Werke aus deutschen Museen. 19 Bilder werden in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. 1939 Feininger entwirft
Wandbilder für die Weltausstellung in New York. 1950 Er entwirft ein Wandbild für den Passagierdampfer "Constitution". 1951 Besuch bei Walter Gropius. Reminiszens an Weimar und Wiederaufnahme von Weimarer Motiven. Das Gemälde Thüringisches Dorf entsteht. 15.1.1956
Feininger im Weimarer Land Der große deutsch-amerikanische Künstler Lyonel Feininger widmete nahezu ein Fünftel seines Werkes dem Weimarer Land. Er fand in etwa 60 Orten im Umkreis von 25 km von Weimar seine Motive. Dörfer wie Gelmeroda, Vollersroda und Mellingen werden durch die Kunst Feiningers in der Welt bekannt. Die Liebe zum Weimarer Land fand Feininger gemeinsam mit seiner Freundin und späteren Ehefrau Julia Berg. Beide waren in Großstädten aufgewachsen, haben in Großstädten studiert und dort ihre ersten Erfahrungen gesammelt. Der Kontrast zwischen den industrialisierten Städten und der noch einfachen Architektur der Dörfer, vor allen aber deren Kirchen im Weimarer Land war in den Augen der darstellenden Künstler sehr groß. Hier im hügeligen vorthüringer Land fanden sie das "von den Verbiegungen der Zivilisation noch Unversehrte". Im Weimarer Land entstanden Tausende von "Naturnotizen", wie Feininger die Skizzen nannte, die die Grundlage seines Schaffens bildeten in all seinen Werkphasen, der figürlichen Periode, der Kubistischen Phase, in der Zeit des Bauhauses, aber auch in dem Spätwerk nach der Rückkehr in die USA. Die Schaffensperiode Feiningers im Weimarer Land wurde nach Anregungen von Renate Böttcher aus Weimar und von Dr. Martin Faas aus Hamburg näher untersucht und für eine Ausstellung aufbereitet. Diese fand als Beitrag zu "Weimar Kulturhauptstadt Europas 1999" im Kunsthaus Apolda statt.
Im Frühjahr 2006 werden es 100 Jahre, dass Feininger seine Liebe zum Weimarer Land entdeckte. Der Freundeskreis um Peter Mittmann, Johannes Schild und Renate Böttcher rufen die Initiative Feininger 2006 ins Leben. Es schlossen sich die Stadt Weimar und die Stiftung Weimarer Klassik an. |
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